Donnerstag, 8. November 2012

Ist da was?

Heute: IKEA. Gaaaanz gemütlich. Enstpannt. Erkenntnis: für die Pakete Schrank und Bücherregal Billy bin ich zu "zart". Etliche Kilo schwere und 2m lange Pakete übersteigen meine Fähigkeit, sowohl vom Warenregallager auf das mickrige Wägelchen (gut, da hätte man jemanden fragen können), als auch vom Wägelchen ins Auto (wenn ich lange genug in der Tiefgarage gewartet hätte, wäre vielleicht auch jemand zum Helfen gekommen) zu wuchten. Und zu guter Letzt wäre auch Niemand zuhause gwesen, der mir die monströsen Pakete vom Auto in die Wohnung bugsiert hätte. On top kommt noch, dass vor dem Haus Baustelle ist und man gar nicht erst davor fahren kann, gute 20 m muss man schon laufen.

Nun gut, ich werde sehen, ob ich's auch online bestellen und liefern lassen kann. Kostet halt, aber was muss, das muss.

Zuhause wieder angekommen, den Kleinkram in die Wohnung geschleppt (irgendwas kauft man ja dann doch immer), 3(!) Mal gelaufen ... der Kopf schmerzt, ausgerechnet hinter dem linken Auge. Und das Gesichtsfeld wird kleiner. Plötzlich ist da Unbehagen, Angst? Wie würde sich ein erneuter Schub anfühlen? Wie der letzte? Der war eigentlich nicht sonderlich ungewöhnlich, nichts was ich mit der Krankheit in Verbindung gebracht hätte ... Jetzt weiß ich es "besser".  Jetzt hör' ich Stecknadeln fallen.

Nein, es ist nichts. Kein neuer Schub. Nur ein wenig mehr Angst. Ein wenig weniger Leichtigkeit ....

Mittwoch, 7. November 2012

In-den-Tag-Gedanken

Urlaub. Zuhause. Aufstehen, um das Kind für die Schule zu wecken. Ein bisschen Dies und ein bisschen Das tun. Mittagessen kochen. Einkaufen. - Alltagskram eben. Bisschen Joggen. Bisschen Shoppen. Bisschen Dies und Das hin und wieder...

Ich fürchte, ich könnte mich daran gewöhnen!

Ohne Geldsorgen natürlich. Aber sonst kann ich mir durchaus vorstellen, eine zeitlang nicht zu arbeiten. Es gibt so viel zu tun. Und ich bin furchtbar gerne faul.

Dienstag, 6. November 2012

Exkurs: Kindermund

"Mama, wo hast du Papa kennengelernt?"
"Bei der Arbeit."
"Und dann hast du ihn ausgewählt?!"
"Ja."
"Und? Gab's noch andere zur Auswahl?"

Hach, dieses Kind ist einfach unglaublich herrlich! 

Ich hoffe, ich habe noch viel Zeit, bevor er mitkriegen muss was mit mir los ist.

Montag, 5. November 2012

Entscheidungen III

Ich hab mich entschieden: Ich suche eine Mitbewohnerin!

Die Wohnung ist groß - zu groß für uns zwei. Das eine Zimmer benutze ich nie. Nur das Kind schaut darin fern. Und außer dem Fernseher steht auch nur ein Sofa drin.
Wir haben also 3 gut genutzte Zimmer plus Wohnküche. Und ein ungenutztes Zimmer. Und angesichts der Tatsache, dass Wohnraum knapp ist, insbesondere auch StudentInnen händeringend bezahlbare Unterkünfte suchen ... Voilà - ich vermiete ein Zimmer unter.

"Ja, willst du denn jemand Fremdes in deiner Wohnung haben?" Ich bin das oft gefragt worden. Erstens habe ich gern Menschen um mich, zweitens ist man sich ja nur ganz am Anfang fremd und drittens lasse ich es einfach wieder sein, wenn es nichts ist. Von den anderen Vorzügen ganz zu schweigen. Es muss halt passen.

Das Kind und ich, wir begeben uns also allsbald auf Bewerberauswahl!

Entscheidungen II

... man nennt mich auch gern wankelmütig ... 

Beim Wandern habe ich viel nachgedacht. Nicht bewußt - eher fließend, ich weiß nicht recht wie ich es beschreiben soll. 

Ich stelle mir die Basistherapie ein bißchen vor wie die Einnahme von Meditonsin. Wenn du nicht ganz am Anfang mit Meditonsin anfängst, brauchst es nicht mehr nehmen, weil es nicht hilft, wenn die Mandeln schon entzündet sind. Beim ersten Kratzen, oder gar nicht. Wenn meine Sehnerventzündung nun ein erstes Kratzen war? Wäre dann nicht logisch, die Basistherapie tatsächlich so bald wie möglich zu starten? Sicher ist: keine Interferone!

Und wenn ich jetzt so schreibe, dann passiert wieder so viel. Ich war so sicher - relativ gesehen: so sicher wie man bei MS nur sein kann - dass ich nun doch mit dem Spritzen starte. Nun sitze ich hier nach kaum zehn Zeilen und weiß schon wieder nicht mehr welchen Weg ich gehen will.

Ja, gut. Es hat definitiv auch etwas mit meinem Wesen zu tun. Dass ich mich schwer tu mit Entscheidungen bzw. sie öfter mal revidiere ...

Eine Pille wäre einfacher zu entscheiden. Und auf eine Heilung kann ich lange warten - zumindest in diesem Leben.

Sonntag, 4. November 2012

Wo willst du leben?

Nicht erst seit der Diagnose überlege ich, wo ich in ein paar Jahren sein werde. Mein großer Traum: Am Meer, unter einer Palme, mit einem Strohhut aufm Kopp und die nackten Füße im Sand. Im optimalen Fall mein Buch schreibend. Dafür habe ich mir meinen 50. Geburtstag vorgenommen. Das Kind ist bis dahin alt genug, um mit meiner Entscheidung zu leben und ich jung genug, nochmal was Neues zu beginnen.

Wenn ich früher nur sporadisch daran dachte, geht mir der Gedanke nun ständig durch den Kopf. Nicht nur weil die Zeit näher rückt. Auch immer wieder mit der Frage: Werde ich dann noch können? Wie wird es sein in 6 Jahren? Kann ich noch gut genug sehen? Gehen? Selbständig sein? 
Und wie muss dieser Ort sein, damit ich dort nicht nur alt werden kann, sondern auch krank?


Sicher scheint mir im Moment nur: es wird nicht hier sein. Wenn es mir irgendwie gelingt, diesen Traum zu leben....

Kleiner philosophischer Exkurs

"Willst du mich ruinieren?"
Diese Frage von meinem Ex vor einigen Tagen - übrigens auf die Bitte hin, mir mein Geld, das ich ihm geliehen hatte, zurückzuzahlen - brachte mich zu der Frage der Ehre.

Kann man durch's Leben gehen mit der Einstellung "Nach mir die Sintflut" - UND dabei glücklich und zufrieden sein?
Und wenn ja, wie lange funktioniert das?